Ein Wasserkocher kann aus Stahl, Glas oder Kunststoff sein, aber mit dem Wasser kommt nur ein Teil davon in Berührung: die Heizplatte im Boden, die Innenwand, die Deckeldichtung, der Filter in der Tülle und oft das Scharnier. Darum sagt dir das Material auf der Verpackung weniger, als du denkst.
Genau das haben zwei deutsche Prüfinstitute und ein bayerisches Amt untersucht.
- Die Stiftung Warentest hat 2025 dreizehn Wasserkocher getestet und das gekochte Wasser auf Aluminium, Chrom und BPA analysiert. Zehn waren gut, die übrigen befriedigend.
- ÖKO-TEST fand 2019 heraus, dass sich mehrere Geräte aus Metall und Glas außen zu stark erhitzten und dass einer Nickel abgab.
- Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat 2009 und 2012 Nickel gemessen: erst überschritten zwei von 21 Wasserkochern den Richtwert, dann keiner von 16.
Eine Behörde, die Kunststoff-Wasserkocher als Gesundheitsrisiko einstuft, haben wir nicht gefunden. Wer Plastik vom Wasser fernhalten will, merkt oft, dass auch ein „kunststofffreier“ Wasserkocher ein Scharnier, eine Deckeldichtung oder einen Filter aus Kunststoff hat; schau also auch dort nach. „BPA-frei“ zählt weniger als früher: Das EU-Verbot von Bisphenolen in Lebensmittelkontaktmaterialien gilt seit Januar 2025, mit Übergangsfristen.
Einen neuen Wasserkocher zwei- bis dreimal aufkochen und das Wasser weggießen, bevor die erste Tasse folgt. Das rät das bayerische Landesamt, und es kostet dich ein paar Minuten.
Kochendes Wasser hat 100 °C, und das schafft jeder Wasserkocher. Eine einstellbare Temperatur bringt in zwei Fällen etwas: bei grünem und weißem Tee, den Teehändler meist bei etwa 70 bis 80 °C aufgießen, und bei Filterkaffee von Hand, der bei etwa 90 bis 96 °C aufgegossen wird. Für schwarzen Tee mit Milch, Instantgetränke oder Nudelwasser ist es eine Funktion, die du nie anfasst.
Wenn du sie willst, lohnt ein Blick auf drei Dinge.
- Stufen, die zu deinen Getränken passen. Vier oder fünf Einstellungen decken Tee und Kaffee ab; eine niedrige um 40 °C ist zum Erwärmen von Wasser für Babynahrung da.
- Genauigkeit mehr als das Display. America’s Test Kitchen hat Wasserkocher mit Temperaturwahl gemessen, und die meisten lagen ein paar Grad unter der Einstellung. Nimm die Zahl also als Richtwert.
- Warmhalten. Praktisch, wenn die zweite Tasse etwas später kommt.
Keine Einstellungen, einfach kochen. Von außen sehen Stahlgehäuse gleich aus, achte also darauf, was der Hersteller zu Deckel und Filter sagt; auch ein Kunststoffgehäuse kann unten eine Edelstahlplatte haben, die das Wasser erhitzt.
Zuerst kommt der Kalk. Ein Glaskocher zeigt ihn sofort und will etwa einmal pro Woche mit Zitronensäure oder Essig ausgespült werden; eine verdeckte Edelstahl-Heizplatte und ein herausnehmbarer Filter machen das Entkalken bei jedem Wasserkocher leichter.
Laut Besitzern steckt in fast jedem Wasserkocher ein ähnliches Heizelement, ein sehr teurer hält also nicht viel länger als ein schlichter. Eher gehen die Teile kaputt, die du anfasst:
- Griffe. Die beiden Rückrufe, die man kennen sollte, der KitchenAid 5KEK1722 und der Zwilling Enfinigy, betrafen beide Griffe, die sich lösen konnten, sodass heißes Wasser herauskam.
- Deckel und Tasten. Besitzer eines teuren Smart-Wasserkochers berichteten von brüchigem Kunststoff am Deckel und klemmenden Tasten; die Verbraucherorganisation CHOICE zog ihre Empfehlung zurück.
- Scharniere. Bei Stahlkochern nennen Besitzer ein Kunststoffscharnier als üblichen Schwachpunkt.
- Der Sockel. Bei einem älteren Bosch-Modell fiel nach Angaben eines Besitzers nach etwa drei Jahren die Elektronik aus.
America’s Test Kitchen hat mit seinen Favoriten 365-mal Wasser gekocht, ein Jahr täglicher Nutzung, und alle haben es überstanden. Wer vorsichtig sein will, zieht den Stecker, wenn der Kocher nicht gebraucht wird.